Pflanzenkrankheiten & Schädlinge

Tierische Schädlinge


Im Folgenden erhälst du einen kurzen Überlick über die meisten tierischen Schädlinge, die einem im schlechtesten Fall im Garten oder auf dem Balkon an der eigenen Chilipflanze begegnen könnten.

Schnecken



Schnecken können erhebliche Schäden vorallem an jungen Pflanzen anrichten.


Schnecken verstecken sich tagsüber im Boden oder anderen dunklen und feuchten Orten und gehen in der Abenddämmerung auf ihre Jagd nach frischen Chilipflanzen und saftigen Blättern. Oft sind sie auch an dunklen und veregneten Tagen im Beet oder Balkon anzutreffen.

Sie fressen fast alles von der Pflanze: Stiel, Blätter, Wurzeln und machen nur vor den Chilischoten halt, die bereits eine abschreckende Schärfe entwickelt haben.

Besonders gefährlich sind die Schnecken für junge Pflanzen, da sie die zarten Pflanzen komplett auffressen, oder so stark verletzen, dass sie sich davon nicht mehr erholen können.

Der natürliche Feind der Schnecken ist der Igel, aber auch mit Schneckenkorn, Bierfallen, Kalk und der alt bewährten "Handlese" kann man ihnen efolgreich entgegenwirken.


Engerlinge


Die Engerlinge leben in der Erde, werden bis zu 5 cm groß und fressen gerne die Wurzeln der Chilipflanze an, was je nach Ausmaß das Wachstum der betroffenen Pflanze stark verlangsamen oder im schlimmsten Fall sogar stoppen kann.


Engerling aus aus der Nähe: Später entwicklen sie sich zu Maikäfer
und machen Laubbäume unsicher.


Man kann sie zwar mit Chemie bekämpfen, aber diese chemischen Giftstoffe zieht sich auch die Pflanze aus der Erde und das möchte man nach der Ernte nicht unbedingt in seinen Chilis wiederfinden.

Das Beste was man gegen diese recht selten auftretenden Plagegeister tun kann, ist ein Umtopfen der Pflanzen. Dabei sollte man zur Sicherheit frische, unbefallene Erde verwenden.

Leider sind Engerlinge vorallem im Freilandbeet sehr schwer zu entdecken. Denn wer legt schon freiwillig die Wurzeln seiner Pflanzen frei?


Raupen



Phönizischer Königskerzenmönch, Lieblingsspeise: Junge Chilibätter.


Die Raupe wird je nach Art bis zu 5 cm groß und befindet sich meist an der Unterseite der Blätter. Sie frisst teils beachtliche Löcher hinein, das ist aber für größere Pflanzen eher ungefährlich, da diese schon stabiler sind und mit solchen Schäden an ihren Blättern gut umgehen können.

Kleinere Pflanzen werden Raupenangriffe auch überleben, aber sie sind sehr geschwächt durch die Zerstörung an ihren lebensnotwendigen Blätter, die sie in den ersten Wochen für die Photosynthese und das daraus resultierende Wachstum benötigen.

Man kann die Raupen per Hand von der Pflanze entfernen oder mit Chemie bekämpfen. Wir empfehlen, die erste Variante zu wählen. Es gibt sicherlich schlimmere Schädlinge bei denen man an einer agressiveren Bekämpfung nicht vorbeikommt.


Spinnmilben


Spinnmilben sind 0,2-05 mm klein und haben eine rötliche oder auch gelbliche Farbgebung. Die Blätter erhalten durch diese Form des Schädlings eine blasse Farbe und erhalten gelb- bis weißgesprenkelte Flecken. Die Blätter vertrocknen und fallen ab. Bei starkem Befall sind die Blattunterseiten und die Triebe mit einem feinen Gespinnst überzogen.

Die Spinnmilben befinden sich ebenfalls an der Blattunterseite und sind dadurch nur sehr schwer auf den ersten Blick zu entdecken. Sie treten häufig in riesigen Armeen auf und saugen die Chilipflanze nach und nach aus.

Die natürlichen Feinde der Spinnmilben sind die Raubmilben oder auch Marienkäfer. Sollte man beide Nützlinge nicht zur Hand haben, kann man auch die Blätter mehrfach am Tag abwaschen, um die Schädlinge los zu werden.


Blattläuse



Erheblicher Blattlausbefall an einer Pflanze


Grüne, rote oder auch schwarze Balttläuse befinden sich oft an den jungen Triebspitzen, Blättern und Blütenknospen und sind mit dem bloßen Auge gut erkennbar.

Die Blattläuse saugen an Trieben und Blättern und verursachen damit ein Verkrüppeln der Pflanze und fördern so ihren Verfall. Ihre natürlichen Feinde sind Marienkäfer, Schlupfwespen, Raubmilben, Schwebefliegenlarven und Maikäferlarven.


Thripse (Blasenfüße)


Die Blätter und Blüten sind mit silbrigen Flecken überzogen, die später das ganze Blatt überziehen können. Stark befallene Pflanzenteile fallen ab oder verkümmern. Die 1-2 mm länglichen, schwarzgelben Insekten, findet man meistens an der Blattunterseite, ebenso wie die Larven.


Weiße Fliege



Klein aber gemein, eine weiße Fliege an der Unterseite einer Bhut Jolokia.


Die Weiße Fliege verursacht durch das Aussaugen der Blätter, eine gelblich gefleckte Blattoberfläche. Die Blätter weisen zudem eine klebrige Substanz auf.


Der hinterlassene Schaden einer weißen Fliege.



Woll- und Schmierläuse


Die Blätter weisen nach Befall einen klebrigen Belag auf. Auf der Pflanze befinden sich weiß gepuderte oder von Wachsauscheidungen umgebende 3-5mm große Insekten. Die Folgen von Schmierlausbefall sind Fleckenbildungen auf den Blättern und Kümmerwuchs.


Zikaden


Auf der Blattoberseite erzeugen sie kleine, weißliche Sprenkelungen entlang den Blattadern. An der Unterseite der Blätter befinden sich dann die bis zu 3mm großen, grünen Insekten.


Weitere Krankheiten


Dieses Thema ist sehr umfangreich, jedoch versuchen wir so viele Informationen wie nur möglich an euch weiter zu geben.

Der erste Punkt, ist auch gleichzeitig der Traurigste:

Es wird immer mal wieder einen Krankheitsbefall einer Pflanze geben, den man nicht erklären oder beheben kann.

Hier ein kleiner Zusammenschnitt, was es nicht alles für fürchterliche Sachen gibt, die unseren Lieblingen schaden können.

Ursachen für Schäden und Krankheiten an Chilipflanzen sind:

  • zu viel Gießwasser
  • zu hohe oder zu niedrige Temperaturen
  • zu hohe Feuchtigkeit
  • zu wenig Nährstoffe
  • zu hohe pH-Werte in der Erde
  • zu viele Schadstoffe
  • Pestizide
  • Insekten
  • Viren
  • Pilze
  • Sporen
  • Bakterien

Pilzerkrankungen


Pilzerkrankungen können mit Fungiziden bekämpft werden, diese gibt es in biologischer und chemischer Form. Sie verhindern das Wachstum und die Verbreitung der Pilzsporen.

Antracnose

Diese Pilzerkrankung verursacht kleine, kreisrunde, dunkle Schimmelflecken auf der Frucht. Die Kreise sind leicht in die Chilischote eingesunken.

Sämlingsfäule

Sämlingsfäule kann durch verschiedene Pilzsporen verursacht werden. Die Sämlinge fangen an zu schimmeln und können sich nicht richtig entwickeln. Eine Wurzelfäule tritt ein und zerstört die zarte Pflanze.

Blattfleckenkrankheit

Diese Krankheit wird durch einen Pilz ausgelöst und zeigt sich auf den Blättern der Capsicum-Pflanze. Die Blätter sind mit vielen kleinen braunen Flecken überzogen.

Man sollte die befallenen Blätter entfernen und den Standort der Pflanze verändern und Fungizide verwenden.

Grauschimmelfäule

Die Grauschimmelfäule wird durch Pilzsporen hervorgerufen. Der Strunk der Beere wird mit einem puderähnlichen, grauen Schleier überzogen. Wie bei den meisten Arten des Schimmelbefalls, kann zuviel Wasser oder eine zu hohe Luftfeuchtigkeit die Ursache sein. Um gegen diese Krankheit vorzugehen sollten Fungizide verwendet werden.


Bakterielle Erkrankungen

Weichfäule

Die Weichfäule ist eine bakterielle Erkrankung und wird meist von Insekten übertragen. Sie greift das Gewebe der Beere an und es entstehen kleine matschige Flecken, die sich langsam auf der Chili ausbreiten. Um diese los zu werden, sollte man die Pflanze mit Insektenmittel behandeln und die betroffenen Beeren entsorgen.

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